Samstag, 3. März 2012

George Orwell: "1984"

Dieser Artikel ist der Anfang zu einer kleinen Serie über George Orwell. Der erste Artikel beschäftigt sich mit "1984", dem bekanntesten Roman Orwells neben "Farm der Tiere".

Gesellschaftspyramide in "1984"
In "1984" wird die Dystopsie eines totalitären Überwachungsstaates im Jahre 1984 dargestellt. Der Protagonist Winston Smith will trotz der represssiven Umstände seine Intimsphäre haben. Das bringt ihn in Konflikt mit dem System, das ihn schließlich einer Gehirnwäsche unterzieht.
Orwell arbeitete von 1946 bis 1948 an dem Buch und stellte es erst ein Jahr vor seinem Tod fertig. Der Zahlendreher zu 1948 im Titel ist eine Anspielung auf eine damals sehr fern erscheinende Zukunft.

Im Buch gibt es drei Gesellschaftsschichten: Die innere Partei, die äußere Partei und die Arbeiter (Proles). Die Mitglieder der inneren Partei bilden die Oberschicht und genießen spezielle Privilegien. 
Die Mitglieder der äußeren Partei betragen ungefähr 13 Prozent der Bevölkerung. Sie dienen lediglich zur Aufrechterhaltung des Systems und verschwinden meist früher oder später spurlos.
Die Proles werden durch Armut und Medien bewusst unwissend und passiv gehalten und stellen trotz der Offenkundigkeit der Diktatur der Partei kein Risiko für das System dar. Gewaltige wirtschaftliche Mittel werden dafür im Krieg vernichtet, anstatt sie den Armen zukommen zu lassen. Über allem thront der "Big Brother", der Anführer der Partei.

Aphorismen aus "1984" wie Zwiedenk, Neusprech oder "Big brother is watching you" sind inzwischen fester Bestandteil der Sprache. Sie treffen die wahre Natur unserer Welt, in der wir heute leben, auf den Punkt. 


Hier noch einige Zitate aus 1984, in denen viel Wahrheit steckt:
 

"Freiheit ist die Freiheit zu sagen, dass zwei plus zwei vier ist. Wenn das gewährt ist, folgt alles weitere."

"Krieg ist Frieden; Freiheit ist Sklaverei; Unwissenheit ist Stärke."
Feinstes Neusprech, so wie heute Verteidigungsministerium, Rettungspakete, Friedensmission...


"Alle Kinder sollten durch künstliche Befruchtung gezeugt und in staatlichen Anstalten großgezogen werden."
Wann hatte er das Buch nochmal geschrieben... Erstaunlich.

 

"Auf lange Sicht war daher eine hierarchisch geordnete Gesellschaft nur auf einer Grundlage von Armut und Unbildung möglich."
Das ist der Grund, warum wir uns momentan auf ein totalitaristisches System zu bewegen. Wohlhabende und gebildete Menschen würden sich nie ihre Freiheits -und Eigentumsrechte von einem Staat beschneiden lassen. 


"Und wenn alle anderen die von der Partei verbreitete Lüge glaubten - wenn alle Aufzeichnungen gleich lauteten -, dann ging die Lüge in die Geschichte ein und wurde Wahrheit"


"Das Friedensministerium befasst sich mit Krieg, das Wahrheitsministerium mit Lügen, das Ministerium für Liebe mit Folterung und das Ministerium für Überfluss mit Einschränkungen."


 "Und die Menschen unter dem Himmel waren auch fast ganz gleich - überall auf der ganzen Welt, Hunderte oder Tausende von Millionen Menschen, die gleichfalls so waren. Menschen, bei denen einer nichts vom Leben des anderen Wusste, die von Mauern des Hasses und Lüge getrennt gehalten wurden und doch fast gleich waren - Menschen, die nie denken gelernt hatten, die aber in ihren Herzen und Leibern und Muskeln jene Macht aufspeicherten, die eines Tages die Welt umstürzen würde."
Ja, wir Menschen sind eins. Was du einem anderen antust, das wird auch immer wieder auf dich selbst zurückkommen.




"Wer die Vergangenheit kontrolliert, der kontrolliert die Zukunft; wer die Gegenwart kontrolliert, der kontrolliert die Vergangenheit!"


"Aber die Proles, wenn sie sich nur ihrer Macht bewusst werden könnten, hätten es gar nicht nötig, eine Verschwörung anzuzetteln. Sie brauchten nur aufzustehen und sich zu schütteln wie ein Pferd, das die Fliegen abschüttelt. Wenn sie wollten, konnten sie die Partei morgen in Stücke schlagen, Sicherlich musste ihnen früher oder später der Gedanke dazu kommen?"

Wir haben die Macht, wir müssen die Realität der Welt erkennen und uns selbst kennen - dann können wir die Welt so gestalten, wie wir es wollen. Ob das eine Orwellsche Welt wäre?

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