Sonntag, 11. März 2012

Fukushima: Ein Lügengebäude fällt

Mit Schweigen und Gebetsminuten gedachte Japan heute der 19.000 Todesopfer der Tsunami-Katastrophe, gleichzeitig verspach der japanische Ministerpräsident Yoshihiko Noda den Wiederaufbau der zerstörten Regionen. Die Lügen des japanischen Establishments bleiben, die Gefahr einer neuen nuklearen Katastrophe ebenso.

Ein neu aufgetauchtes Protokoll bestätigt, dass der japanische Krisenstab bereits vier Stunden nach dem Atomunfall über eine mögliche Kernschmelze diskutierte. Die Sitzung des Gremiums fand nur vier Stunden nach dem Erdbeben statt und wurde vom damaligen Ministerpräsidenten Naoto Kan geleitet. So sagte ein namentlich nicht bekannter Teilnehmer der Krisensitzung: "Wenn die Temperatur des Reaktorkerns acht Stunden lang steigt, besteht die Möglichkeit, dass sich eine Kernschmelze ereignet."

Das Dokument zeigt, dass man hinter den Kulissen sehr wohl die Möglichkeit einer Kernschmelze in Betracht zog, dies in der Öffentlichkeit aber herunterspielte. Die drei Kernschmelzen räumte Tepco und die Regierung erst zwei Monate später Mitte Mai ein.

Die ZDF-Doku "Die Fukushima-Lüge" von Johannes Hano legt noch tiefere Abgründe offen. Unter anderem berichtet der amerikanische Wartungsingenieur Kei Sugaoka von riesigen Rissen im Reaktor, die von Tepco verschwiegen wurden. Nicht das einzige, was er und seine Kollegen bei ihrer Inspektion in Fukushima entdeckten: "Mein Kollege schaut in den Reaktor und ich sehe wie seine Augen immer größer werden. Und dann sagt er: 'Die haben den Dampftrockner verkehrt herum eingebaut'." Naoto Kan berichtet außerdem, dass man den Reaktor ursprünglich auf einem Hügel von 35 Meter Höhe bauen wollte. Man habe aber dann Erdreich abgetragen, sodass der Reaktor nur zehn Meter über dem Meeresspiegel lag.

Die Dokumentation berichtet von dem sogenannten Atomdorf, eine mächtige Gruppe von Konzernen, die ihre pro-Atom-Interessen gemeinsam mit verschiedenen Medien und der obersten Politik in Japan durchgesetzt haben. Der ehemalige Gouverneur der Provinz Fukushima, Eisaku Sato, war schon vor dem Unglück kritisch gegen Tepco und damit das Atomdorf vorgegangen, da er von Informanten erschreckende Berichte aus dem Kraftwerk erhalten hatte. Das Ergebnis: 200 Menschen aus dem Umfeld Satos wurden eingeschüchtert, zwei von ihnen begingen Selbstmord, worauf der Gouverneur 2004 seinen Rücktritt erklärte.

In Japan hat eine unabhängige Untersuchungskommission aufgedeckt, dass der damalige Tepco-Chef, Masataka Shimizu, das Atomkraftwerk evakuieren und sich selbst überlassen wollte. Intern hatte die Regierung ein Worst-Case-Szenario erwogen, dass die Evakuierung Tokios miteinbezog. Nur durch Druck von Naoto Kan kam es letztendlich nicht soweit. Er stürmte in die Tepco-Zentrale und brüllte die Konzernführung an, ein Aufgeben des Reaktors komme nicht infrage. Masataka Shimizu wurde während dieser Ereignisse einen Monat lang nicht gesehen.

Am Sonntag ist der erste Jahrestages des Unglücks, bei dem durch ein Erdbeben ein Tsunami mit über 15 Meter hohen Wellen ausgelöst wurde. Bilanz der Katastrophe: 115.000 Gebäude entlang 400 Kilometer Küste wurden vollständig zerstört und  über 340.000 Menschen mussten ihre Zuhause verlassen, davon rund 87.000 um das Atomkraftwerk Fukushima Daiichi aufgrund der Verstrahlung.

Und die Katastrophe ist noch längst nicht ausgestanden. Viele der Fachkräfte, die in der Atomruine arbeiten, erreichen bald ihre Strahlenhöchstdosis. Erfahrene Leute werden dann durch unerfahrenere ersetzt. Ohne qualifizerte Kräfte wird man auf Dauer das Desaster nicht unter Kontrolle halten können - und mit Dauer ist ein Zeitraum von circa vierzig Jahren gemeint.

Hinter den Kulissen macht sich Unzufriedenheit unter den 2100 Arbeitern breit, wie die Japan Times berichtete. Dem Lokalabgeordneten der Großstadt Iwaki berichteten einige, dass die Arbeitsbedingngen äußerst schlecht seien. Viele sind bei Subunternehmen von Tepco beschäftigt und haben keine Kranken- und Arbeitsversicherung, manche haben nach eigener Aussage ihren Arbeitsvertrag mündlich geschlossen. Im Mai 2011 starb ein Arbeiter wegen Überarbeitung.

In diesem Video sieht man den Reaktor und J-Village, ein ehemaliges Trainingszentrum einer von Tepco gesponserten Fußballmannschaft, das jetzt als Wohnstätte für die Arbeiter dient:



Frühestens in zehn Jahren kann mit der Entkernung des Reaktors begonnen werden. Bis dahin und noch länger ist das Kraftwerk keineswegs sicher, wie Yukitero Naka, Atomingenieur und Präsident von Tohoku Enterprise, meint:
"Da gibt es noch ein sehr großes Risiko. Meine persönliche Sorge ist der Reaktorblock 4. Das Gebäude wurde durch das Erdbeben stark beschädigt. Im Abklingbecken im vierten Stock sind noch etwa 1300 gebrauchte Brennstäbe und im Stockwerk darüber sind noch neue Brennstäbe gelagert und viele schwere Maschinen. Das ist alles sehr, sehr schwer. Wenn es wieder ein starkes Erdbeben gibt, dann könnte das Gebäude zusammenbrechen. Dann könnte es sehr wahrscheinlich zu einer erneuten Kettenreaktion kommen." 
Die Arbeiter werden wie oben erwähnt prinzipiell unqualifizierter, was auf längere Sicht für Schwierigkeiten sorgen könnte. Yukitero Naka: "Rund 90 Prozent der Unfälle in einem AKW passieren durch menschliches Versagen. (...) Menschliches Versagen bedeutet meistens, dass es an erfahrenen Arbeitern fehlt, welche die Situation unter Kontrolle halten könnten."

Hier noch die Dokumentation "Die Fukushima-Lüge" aus dem ZDF vom 7. März:



Hohe Qualität: Hier.


Quellen:

Spiegel Online: Regierung wusste früh von drohender Kernschmelze

Asienspiegel: Die trügerische Ruhe in Fukushima

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Das sagen natürlich genau die Lügenbarone, die aus einer Naturkatastrophe einen Atomunfall machen und damit implizieren, dass letzterer für die 19.000 Opfer verantwortlich sei.
Der sog. 'GAU' hat in Fukushima nicht mehr als eine Handvoll Menschenleben gefordert. Das ist die Wahrheit.

Eric hat gesagt…

Ich kann nicht erkennen, wo ich das geschrieben haben soll. In meinem ersten Satz schreibe ich "(...) 19.000 Todesopfer der Tsunami-Katastrophe".
Den Atomunfall als Ursache implizierst hier wohl eher du.

Benjamin Bode hat gesagt…

@eric lass dich nicht von dem anonymen kommentar beeinflussen, das ist strategie u.a. über kopp verlag von gerhard wisnewski verbreitet ... angeblich starben kaum leute beim gau und angeblich würden auch in den nächsten 50 jahren keine leute an strahlung sterben - das ist "tepco propaganda" logischerweise ... genau wie die lüge, dass der kern nicht geschmolzen sei - nach einer woche kam ja raus dass vor einer woche doch der kern geschmolzen ist - und die strahlungswerte hab ich mal ausgerechnet die liegen jetzt 2013 bei 3,4 sievert pro stunde - grenzwert deutschland sind 0,001 sievert PRO JAHR ... also der wert liegt über 3 millionenfach über dem was wir hier als grenzwert kennen ... ähnlich wie die versuche mit klima lüge und aids lüge zu versuchen die wahrheit zu vertuschen - alles propaganda seitens industrie und der verantwortlichen um uns alle für blöd zu verkaufen ! fakt ist atomenergie lässt sich weder militärisch noch zivil nutzen (zitat vom berühmten und legendären nikola tesla) und fakt ist auch es gibt korruption, verschwörung, klima probleme und aids (ursache ist aber nicht hiv sondern ggf. sogar chemtrails bzw. die mycoplasmen dadrin ggf. sogar in kombination mit impfungen - wie 2 komponentenkleber; um es nicht direkt nachweisen zu können) ... inzwischen versucht man alles als lüge und übertreibung abzutun weil die meisten leute echt so blöd sind und das auch so glauben sobald "infokrieg" oder "verschwörungstheorie" oder "wahrheit" drüber steht ...

Benjamin Bode hat gesagt…

ps: genau wie damals tschernobyl da hieß es nicht "Der sog. 'GAU' hat in Fukushima nicht mehr als eine Handvoll Menschenleben gefordert. Das ist die Wahrheit." sondern die lüge war noch viel größer da hieß es damals nämlich "der kern ist SICHER!" nachdem das ganze kraftwerk schon komplett zerballert war ... das kam ja erst tage oder sogar wochen ggf. sogar monate später raus ...

also der anonyme kommentar wird schon wissen warum er anonym gepostet hat und keine quellen genannt hat, einfach und simpel weils reine lügen-propaganda ist ...

noch nen gutes beispiel:
Der streng geheime erste Atom-Gau siehe: http://www.youtube.com/watch?v=eFTbearvO8s es gab 1957 bereits einen super gau - der aber erfolgreich in großem umfang vertuscht wurde ...

"Die radioaktive Wolke verstrahlte 300 000 Menschen auf 23 000 km² - 22 Städte und Dörfer wurden evakuiert. "

den post von anonym würde ich löschen - virtuelles hausrecht weil is ja dein blog - denn solche "pro pa gan da" die ganz böse übel für die opfer des gau ist, gehört nicht ins netz - schon genauso schlimm als wenn man kindesmissbrauch oder ritualmorde "schönredet" ... nach dem motto "bis heute kamen keine handvoll kinder bei ritualmorden um" - da weiss jeder schon dass es gelogen ist - genau wie die behauptung dass der gau nicht mehr als eine handvoll menschenleben gefordert hat .... bestimmt von irgendsonem dulli gepostet der noch nichtmal weiss wie elektrischer strom funktioniert oder wo überhaupt japan liegt; traurig solche leute weil genau wegen solchen leuten gibt es die ganzen probleme auf der welt was das zitat von einstein ganz deutlich darstellt:

„Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen.“
Albert Einstein

und der anonyme poster gehört genau zu diesen leuten von denen UNSERE WELT BEDROHT WIRD !!! muss man mal so DEUTschLICH sagen ...