Sonntag, 4. März 2012

EU: Erschreckende Jugendarbeitslosigkeit

Die neuesten Arbeitslosenzahlen in der EU sind wirklich erschreckend, zeichnen sie doch das Bild einer um ihrer Chancen beraubten Jugend, besonders in Spanien und Griechenland. Es ist erstaunlich, dass es dort so ruhig geblieben ist, denn die Zahlen zeigen, auf was für einen Abgrund sich diese Länder zu bewegen.

Die Zahlen stammen vom Statistischen Amt der Europäischen Union (Eurostat) und reichen bis Januar 2012:

 Saisonbereinigte Arbeitslosenquote bei Jugendlichen (unter 25 Jahre) in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU27) im Januar 2012.

In Spanien und Griechenland ist jeder zweite Jugendliche arbeitslos. Das ist schon sehr erschreckend, Deutschland steht im Vergleich noch sehr gut da. Nun ein genauerer Blick auf die Spanier und Griechen:

Der Chart reicht vom Januar 2000 bis zum September 2001. Im Jahr 2000 betrug die Arbeitslosigkeit 30 Prozent, bis März 2008 konnte sie sich auf 23 Prozent absenken bevor sie auf 48,1 Prozent im Januar 2012 anstieg. Nun zu Spanien:


Ähnliches Bild wie in Griechenland, nur sind in Spanien die Niveauunterschiede gößer. Im Januar 2000 lag die Arbeitslosigkeit unter 25 Prozent, von dort bewegte sie sich bis zur 17 Prozentmarke im Januar 2007 um sich schließlich fast zu verdreifachen auf 49,9 Prozent. Diese Zahlen sind wirklich besorgniserregend und lassen erkennen, auf was für einen Abgrund sich diese Länder zu bewegen.

Der Sparkurs, der diesen Ländern aufgelegt wird, muss sie in ein wirtschaftliches und soziales Chaos führen. Hier werden wider besseren Wissens Spar- und Rettungspakete geschnürt und den Bevölkerungen der Geberländer als solidarisch verkauft. Dabei sorgen gerade diese Maßnahmen für den Abstieg der PIIGS-Länder durch den Verlust ihrer Wettbewerbsfähigkeit.

Die Arbeitslosenquoten im Januar 2012 sind im Vergleich moderat, trotzdem aber durchschnittlich höher als die der USA (8,3%) und Japan (4,6%):


ER17 meint Durchschnittsquote in den 17 Ländern der Eurozone, ER27 in den 27 EU-Mitgliedsstaaten. Deutschland steht mit einer Arbeitslosenquote von 5,8% an vierter Stelle. Diese Zahl wird sich mittelfristig strukturell steigern. Sonst selbes Spiel wie zuvor: Spanien liegt vorne mit 23,3 Prozent, gefolgt von Griechenland mit 19,9 Prozent.


Ein Dank für zwei der Grafiken geht an Steffen Bogs von Querschuesse.de.

Kommentare:

Peter Schlemihl hat gesagt…

"In Spanien und Griechenland ist jeder zweite Jugendliche arbeitslos."

Die Aussage ist falsch und zeigt, dass der Autor, die Zahlen nicht verstanden hat!

Nicht jeder zweite Jugendliche ist arbeitslos, sondern jeder zweite jugendliche Erwerbsperson. Das ist bei Weitem nicht dasselbe, da ein Grossteil der spanischen und griechischen Jugendlichen eben keine Erwerbspersonen sind, sondern Schüler und Studenten!

Eric hat gesagt…

Ja du hast Recht, der Satz ist nicht richtig.

Es dürfte aber normal bekannt sein, dass nicht alle Menschen im arbeitsfähigen Alter in die Statistik fallen. Dachte ich jedenfalls...

Stefan Wehmeier hat gesagt…

"EU will Jugendarbeitslosigkeit verbieten"

"Super" Idee! Dazu teilt man am besten die Jugendlichen in zwei Gruppen ein: Gruppe A gräbt Löcher und Gruppe B schaufelt sie wieder zu. So geht die Arbeit nie aus.

Selbstverständlich lassen sich die Jugendlichen auch sinnvoll beschäftigen, indem man durch eine freiwirtschaftliche Geld- und Bodenreform ein ganz neues Zivilisationsniveau schafft, in dem "ganz nebenbei" die menschliche Arbeitskraft prinzipiell zur ökonomisch knappsten Ressource wird - mit dem einzigen "Nachteil", dass die Natürliche Wirtschaftsordnung (Marktwirtschaft ohne Kapitalismus) die "hohe Politik" überflüssig macht:

Der Zins – Mythos und Wahrheit